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Wildschweine auf Friedhöfen: Trier, Koblenz und Kaiserslautern kämpfen gegen Grabverwüstungen

Wildschweine verwüsten Grabstätten in Trier, Koblenz und Kaiserslautern. Erfahren Sie, warum Friedhöfe die Tiere anziehen und wie die Städte dagegen vorgehen.

Redaktion
·
29. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Ein wachsendes Problem in Rheinland-Pfalz

Was zunächst wie ein Einzelfall wirkte, hat sich in einigen Städten in Rheinland-Pfalz zu einem ernsthaften Problem entwickelt: Wildschweine dringen auf Friedhöfe ein und verwüsten dort Grabstätten. Betroffen sind unter anderem Trier, Koblenz und Kaiserslautern. Für die Angehörigen der Verstorbenen ist das eine besonders belastende Situation – denn neben dem materiellen Schaden wiegt vor allem der emotionale Schaden schwer.

Wie lokalo.de berichtet, sind besonders Friedhöfe in Waldnähe von dem Phänomen betroffen. Die Tiere können solche Anlagen einfacher erreichen und nutzen sie gezielt als Nahrungsquelle und Rückzugsort.

Warum Friedhöfe Wildschweine anziehen

Frederik Grüneberg vom Landesjagdverband erklärt, warum Friedhöfe für Wildschweine so attraktiv sind: Solche sogenannten „beruhigten Flächen“ bieten den Tieren reichlich Nahrung in Form von Pflanzen, Wurzeln und Insekten. Da auf Friedhöfen nicht gejagt werden darf, gelten sie für Wildschweine zudem als sichere Rückzugsräume. Vor allem waldnahe Friedhöfe sind bei den Tieren beliebt, weil sie diese besonders leicht erreichen können.

Ein weiterer Faktor ist die anhaltende Trockenheit. Ilja Nudelmann von der Friedhofsverwaltung Koblenz erläutert, dass Wildschweine gezielt nach feuchten Böden, Wurzeln und anderer Nahrung suchen. Frisch gegossene Gräber bieten dafür vergleichsweise gute Bedingungen – und ziehen die Tiere damit regelrecht an.

Massive Schäden in Kaiserslautern

Besonders anschaulich sind die Berichte aus Kaiserslautern: Auf dem Friedhof im Stadtteil Mölschbach gruben Wildschweine Gräber regelrecht um. Blumen und Erde lagen um die Grabstätten verteilt, wie eine Stadtsprecherin schilderte. Das unmittelbar angrenzende Waldgebiet sowie zahlreiche Eichen auf dem Friedhof machen diesen Ort für die Tiere besonders attraktiv.

In Reaktion darauf wurde der Friedhofszaun in Kaiserslautern schrittweise „wildschweinsicher“ gemacht. Die Stadt setzt dabei auf eine konsequente bauliche Sicherung des Geländes.

Trier und Koblenz reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen

Auch die Stadt Trier beklagt Wildschweinschäden auf ihren Friedhöfen. Laut einem Stadtsprecher werden ältere Zäune auf den Anlagen durch neue ersetzt. Zusätzlich werden Hinweisschilder an den Eingängen angebracht, die Besucher dazu auffordern, die Tore stets geschlossen zu halten. Denn ein offen gelassenes Tor kann ausreichen, damit Wildschweine ungehindert eindringen.

Die Stadt Koblenz verfolgt einen anderen Ansatz: Sie setzt auf Ausnahmegenehmigungen zur Einzelbejagung. Die Friedhofsverwaltung Koblenz hat dabei auch den emotionalen Aspekt betont – die Stadtverwaltung teilte mit, dass neben der notwendigen Wiederherstellung der Grabstätten vor allem der seelische Schaden für die Angehörigen schwer wiege.

Was wirklich hilft: Zäune und selbstschließende Tore

Der Landesjagdverband ist sich einig: Die wirksamste Methode, um Wildschweine dauerhaft von Friedhöfen fernzuhalten, ist eine konsequente Sicherung des Zugangs. Dazu zählen stabile Zäune sowie selbstschließende Tore und Türen. Die Kommunen arbeiten in enger Abstimmung mit den zuständigen Jagdbehörden an entsprechenden Konzepten.

Nicht alle Städte in Rheinland-Pfalz sind von dem Problem betroffen: Mainz und Worms haben nach eigener Aussage keine vergleichbaren Schwierigkeiten mit Wildschweinen auf ihren Friedhöfen.

Fazit: Lokales Problem mit emotionaler Dimension

Die Verwüstung von Grabstätten durch Wildschweine ist weit mehr als ein Sachschadensproblem. Es handelt sich um einen Eingriff in einen Ort der Trauer und des Gedenkens, der betroffene Angehörige tief trifft. Die betroffenen Städte Trier, Koblenz und Kaiserslautern haben das Problem erkannt und setzen auf unterschiedliche Lösungsansätze – von neuen Zäunen über selbstschließende Tore bis hin zu jagdrechtlichen Ausnahmegenehmigungen. Entscheidend wird sein, ob diese Maßnahmen dauerhaft greifen und die Friedhöfe als ruhige Orte der Erinnerung geschützt werden können.

Quellen


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