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Waldbrand im Hohen Venn: Wieder Rauch in der Region Trier – Lage vor Monschau entspannter

Der Waldbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn sorgt erneut für Rauch und Brandgeruch in der Region Trier.

Redaktion
·
18. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Rauchwolke aus Belgien erreicht erneut die Region Trier

Der Großbrand im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn hält die Region Trier weiterhin in Atem. Am Montagmittag, dem 17. August, war laut dem Polizeipräsidium Trier erneut Rauch und Brandgeruch in der Region wahrnehmbar – verursacht durch den anhaltenden Brand im Naturschutzgebiet Hohes Venn in Belgien. Eigene Brände in der Region Trier gebe es derzeit nicht, so die Behörden. Bereits am Wochenende hatte sich die Rauchwolke durch den Wind immer wieder über die Region gelegt und für Verunsicherung bei der Bevölkerung gesorgt.

Ein Brand historischen Ausmaßes

Der Ursprung des Problems liegt im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn, nahe der deutschen Grenze. In der Nähe der belgischen Gemeinde Baelen brennen rund 1.600 Hektar Wald und Wiesen – die brennende Fläche wuchs zwischenzeitlich auf rund 2.000 Hektar an. Das entspricht etwa zweimal der Größe der Bodensee-Insel Reichenau. Lokale Politiker bezeichneten das Feuer laut dem öffentlich-rechtlichen Sender RTBF als „den größten Brand, den Belgien je erlebt hat“. Belgien hat deshalb andere Länder der Europäischen Union um Unterstützung gebeten. Weitere Hubschrauber und Flugzeuge aus der Tschechischen Republik, Schweden und den Niederlanden wurden mobilisiert. Auch deutsche Feuerwehrleute sind nach Angaben örtlicher Behörden vor Ort im Einsatz.

Auswirkungen in der Region Trier: Rauch, Anrufe und Einsätze

Die Rauchwolke aus Belgien zog am Wochenende mit voller Wucht durch die Region Trier. Dichter Qualm und ein beißender Gestank lagen im Landkreis Bernkastel-Wittlich, im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Vulkaneifelkreis in der Luft. Kerstin Handwerk, Sprecherin der Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Gerolstein, beschrieb die Lage eindringlich: „Der Rauch ist in manchen Ortschaften so dicht, dass man die Hand vor Augen nicht sieht.“

Die Auswirkungen auf die Einsatzkräfte waren erheblich. Die Leitstelle der Feuerwehr Trier verzeichnete allein am Samstag zwischen 13 und 18 Uhr fast 1.100 Anrufe – an einem normalen Tag sind es laut Stadtangaben rund 400 Anrufe über den gesamten Tag verteilt. Dazu kamen rund 200 Einsätze, da zahlreiche Brandmeldeanlagen durch den Rauch ausgelöst wurden und jeweils überprüft werden mussten. Um die Leitstelle in Trier zu entlasten, richteten die Einsatzkräfte ein eigenes Lagezentrum in Gerolstein ein.

Tobias Kickertz, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Prüm, zeigte sich dabei vergleichsweise entspannt: „Wir haben kein erhöhtes Aufkommen an Notrufen und Einsätzen. Die Menschen haben sich darauf eingestellt.“ Jörg Teusch, Brand- und Katastrophenschutzinspekteur des Kreises Bernkastel-Wittlich, warnte jedoch: „Solange die Brände nicht gelöscht sind, kann es auch in den nächsten Tagen dazu kommen, dass es nach Rauch riecht.“

Säubrennerkirmes in Wittlich zeitweise geräumt

Besonders dramatisch verlief der Samstag für die Säubrennerkirmes in Wittlich – eines der größten Volksfeste der Region. Wegen des dichten Rauchs riefen die Stadt Wittlich und der Landkreis Bernkastel-Wittlich die Besucherinnen und Besucher auf, das Gelände zu verlassen. Landrat Andreas Hackethal begründete die Maßnahme mit der dynamischen Wetterlage. Das Kirmesgelände war zeitweise wie ausgestorben. Ab 18:45 Uhr wurde die Kirmes dann wieder eröffnet, die Menschen strömten zurück auf den Rummelplatz.

Doch eine echte Entwarnung war das nicht. „In zwei Stunden kann es hier vielleicht schon wieder anders aussehen“, sagte Landrat Hackethal. Auch Elfriede Meurer, Erste Beigeordnete von Wittlich, betonte: „Wir bleiben in Habachtstellung, solange der Brand in Belgien nicht gelöscht ist.“ Für die Schausteller könnte der Abend finanzielle Folgen haben: Der Samstag gilt als umsatzstärkster Tag der Säubrennerkirmes, doch viele Besucherinnen und Besucher reisten wegen des Rauchs gar nicht erst an oder fuhren nach der Räumung wieder nach Hause.

Evakuierungen in Monschau – Flammen nähern sich Wohnbebauung

Noch ernster war die Lage in der nordrhein-westfälischen Stadt Monschau an der deutsch-belgischen Grenze. Am Sonntagabend kurz nach 22 Uhr ordneten die Behörden eine Evakuierung in den Monschauer Ortsteilen Ruitzhof und Geisberg im Stadtteil Kalterherberg an. „Die aktuelle Entwicklung des Brandgeschehens im Hohen Venn erfordert eine sofortige Evakuierung“, teilte die Stadt Monschau mit. Eine Notunterkunft wurde eingerichtet. Bis zum späten Abend war man noch davon ausgegangen, dass die Flammen nicht auf deutsches Gebiet übergreifen würden.

In den frühen Morgenstunden des Montags stand das Feuer laut Feuerwehr nur noch rund 300 Meter vor den evakuierten Gebäuden. Um die Wohnhäuser zu schützen, wurden die zwischen dem Feuer und den Gebäuden liegenden Wiesen in den Stunden zuvor mit Wasser getränkt. Den Bewohnerinnen und Bewohnern der Ortsteile Plattevenn, Leyloch und Kalterherberg westlich des Messewegs wurde wegen möglicherweise gesundheitsgefährdender Rauchbelastung empfohlen, ihre Häuser vorübergehend zu verlassen.

Lage entspannt sich – aber Entwarnung gibt es noch nicht

Am Montagmorgen brachten Regen und ausbleibender Wind etwas Erleichterung. Laut Behörden ist der Brand im Naturschutzgebiet Hohes Venn nicht weiter in Richtung Monschau vorgerückt. Weitere Evakuierungen seien derzeit nicht geplant. In der Nacht auf Montag hatte sich der Rauch über der Region Trier zunächst komplett verzogen, wie die Berufsfeuerwehr Trier auf SWR-Nachfrage bestätigte. Ob sich die Rauchwolke erneut über der Region ausbreite, hänge vor allem vom Wind und der weiteren Entwicklung des Feuers in Belgien ab.

Am Montagnachmittag war dann wieder Rauch und Brandgeruch in der Region Trier wahrnehmbar – ein Zeichen dafür, dass der Brand im Hohen Venn noch lange nicht unter Kontrolle ist.

Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) sowie die Feuerwehren empfehlen der Bevölkerung in der Region eindringlich:

  • Fenster und Türen geschlossen halten
  • Lüftungen und Klimaanlagen ausschalten
  • Wälder meiden
  • Keine Fahrten unternehmen, um das Feuer zu suchen

Für ganz Rheinland-Pfalz wurde über die Warnapp KATWARN vor möglicher Geruchsbelästigung aufgrund der aktuellen Waldbrände gewarnt. Aktuelle Warnmeldungen sind jederzeit unter warnung.bund.de abrufbar. Weitere aktuelle Informationen zum Brand im Hohen Venn liefert der Liveticker des WDR.

Antenne Trier hält euch weiter auf dem Laufenden, sobald sich die Situation in der Region Trier verändert. Bleibt informiert und folgt den Empfehlungen der Behörden.

Quellen


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