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Nochmal ein Pokalwunder? Eintracht Trier empfängt Bundesligist RB Leipzig

Eintracht Trier empfängt im DFB-Pokal Bundesligist RB Leipzig im ausverkauften Moselstadion. Alle Infos zu Fanmarsch, Sperrungen und Anstoßzeit.

Redaktion
·
21. August 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 1 Monat

Das Moselstadion im Ausnahmezustand

Der DFB-Pokal kommt nach Trier – und mit ihm ein Hauch von Bundesliga-Atmosphäre. Am Samstag um 18 Uhr empfängt Eintracht Trier im Moselstadion den Bundesligisten RB Leipzig. Das Stadion ist bereits ausverkauft, die Stadt bereitet sich auf einen besonderen Fußballabend vor, und Platzwart Sascha Quint hat in den letzten Tagen alles darangesetzt, den Rasen in einwandfreiem Zustand zu halten.

Quint hatte vor dem Spiel alle Hände voll zu tun: „Die Hitze und lange Trockenheit waren ein Riesenproblem. Bei über 30 Grad da wächst nichts mehr, da leidet der Rasen“, sagt er. Mittlerweile zeigen die Grashalme wieder saftig grüne viereinhalb bis fünf Zentimeter. Vor dem Anpfiff wird Quint den Rasen noch auf die vom DFB vorgeschriebene Grashöhe von drei Zentimetern stutzen.

Historische Pokalgeschichte als Ansporn

Wenn Trainer Thomas Klasen in diesen Tagen vor die Kamera tritt, dreht sich das Gespräch schnell um die legendäre Pokalvergangenheit der Eintracht. 1998 schaffte der Verein den Einzug ins Halbfinale und schaltete dabei namhafte Gegner wie Schalke 04 und Borussia Dortmund aus. Doch Klasen dämpft die Erwartungen: „Bundesligisten nehmen den Pokal deutlich ernster als früher. Es gibt immer weniger Sensationen.“

Die Zahlen geben ihm recht. Laut dem Internetportal „Transfermarkt“ ist der Kader von RB Leipzig über 500 Millionen Euro wert – Viertligist Eintracht Trier wird dort mit 2,5 Millionen Euro gelistet. Ein enormes Missverhältnis, das die Aufgabe für die Trierer deutlich macht.

Dennoch sieht Klasen einen kleinen Vorteil auf seiner Seite: Trier hat bereits zwei Regionalligaspiele in der laufenden Saison absolviert, während Leipzig bislang nur Testspiele hinter sich hat. „Es hängt von Leipzig ab, wie lange sie die Tür für uns offen halten, damit wir im Spiel bleiben“, sagt der Trainer des Viertligisten. Mehr Hoffnung weckt die Geschichte, wie Eintracht Trier überhaupt in den DFB-Pokal kam: Ein gebürtiger Trierer sorgte mit seinem Tor dafür, dass die Eintracht nach zehn Jahren wieder im Wettbewerb vertreten ist – eine dieser Geschichten, die wohl nur der Amateurfußball schreibt.

Versorgung auf Erstliga-Niveau

Während Klasen Interviews gibt, kümmert sich Caterer Oliver Kersten um die Verpflegung der Fans. Seit dieser Saison betreibt er die Imbissbuden hinter der Ostkurve im Moselstadion. Für das Pokalspiel hat er groß eingekauft: „Wir haben 15.000 Liter Bier am Start, 5.000 Bratwürstchen und 400 kg Pommes. Das sollte ausreichen“, sagt Kersten. Die neuen automatischen Zapfanlagen schaffen dabei 1.200 Liter Bier pro Stunde – ein Standard, der laut Kersten auch bei Bundesligaklubs wie dem 1. FC Köln eingesetzt wird. In dieser Kategorie ist der Viertligist also bereits erstklassig aufgestellt.

Fans protestieren gegen Investoreneinfluss

Für viele Eintracht-Anhänger beginnt der große Fußballtag bereits Stunden vor dem Anpfiff – und mit einer klaren Botschaft. Die Fans treffen sich ab 13 Uhr auf dem Hauptmarkt und wollen um 15 Uhr in einem Protestmarsch Richtung Porta Nigra ziehen. Im Mittelpunkt: Kritik an der dominanten Rolle des Hauptsponsors Red Bull im Leipziger Club. Nach Ansicht von Experten und Fans hat das Unternehmen das alleinige Sagen im Verein, was gegen Regeln des DFB verstoße.

Nach der Kundgebung an der Porta Nigra führt der Fanmarsch durch die Paulin- und Zeughausstraße direkt zum Moselstadion. Die Polizei weist darauf hin, dass es am Samstagnachmittag zwischen Porta Nigra und Stadion zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen kann. Mehrere Straßen im Umfeld des Stadions werden gesperrt. Zudem werden die Routen mehrerer Buslinien ab Freitagabend im Stadionumfeld geändert – einige Haltestellen werden nicht angefahren.

Ein Abend für die Trierer Fußballgeschichte

Ob es am Samstag zu einem erneuten Pokalwunder reicht, bleibt offen. Die sportlichen Vorzeichen sprechen klar für den Bundesligisten aus Leipzig. Und doch: Das ausverkaufte Moselstadion, der geplante Fanmarsch durch die Trierer Innenstadt und die besondere Stimmung rund um dieses Duell zeigen, wie viel dieses Spiel der Stadt und ihren Fußballfans bedeutet. Trainer Klasen freut sich auf den Vergleich mit dem Champions-League-Teilnehmer – auch wenn er weiß, dass die Gäste haushoher Favorit sind.

Anpfiff ist am Samstag um 18 Uhr im Trierer Moselstadion. Das Stadion ist bereits ausverkauft. Wer das Spiel nicht live vor Ort verfolgen kann, sollte zumindest die Straßensperrungen im Blick behalten – und darauf hoffen, dass der Fußball an diesem Abend seine eigenen Gesetze schreibt.

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