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Mental topfit: Herbert Schwarz aus Olewig feiert 100. Geburtstag

Herbert Schwarz aus Trier-Olewig feiert seinen 100. Geburtstag – mental hellwach und voller Erinnerungen. Sein beeindruckendes Leben lässt viele staunen.

Redaktion
·
4. September 2026
Bild ist mit Hilfe von KI generiert
Zuletzt aktualisiert: vor 4 Wochen

Ein Jahrhundert Leben – und noch immer hellwach

Es gibt Menschen, die lassen einen schlicht staunen. Herbert Schwarz aus dem Trierer Stadtteil Olewig ist einer von ihnen. Am 21. März 2025 feierte er seinen 100. Geburtstag – und wer ihn erlebt, wie er detailreich aus seinem langen Leben erzählt, Jahreszahlen und Namen mühelos abruft und Anekdoten zum Besten gibt, die Jahrzehnte zurückliegen, der glaubt kaum, dass dieser Mann tatsächlich ein Jahrhundert auf dem Buckel hat. Herbert Schwarz ist mental so fit wie viele, die halb so alt sind.

Zur Gratulation kamen Dezernent Dr. Thilo Becker sowie Olewigs Ortsvorsteher Dr. Lorenz Fischer persönlich vorbei. Gefeiert wurde der runde Geburtstag außerdem mit Enkeltochter Hannah, seinen beiden Söhnen, vier Enkelkindern und drei Urenkeln – ein familiäres Fest, an das sich der Jubilar mit Sicherheit noch lange und in vielen Details erinnern wird.

Von Wattenscheid über Frankfurt bis nach Trier

Herbert Schwarz wurde 1925 in Wattenscheid geboren. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er zunächst als Elektriker für eine Brückenbaufirma in Frankfurt. Als ihn sein damaliger Arbeitgeber nach Ägypten schicken wollte, lehnte er entschieden ab – und traf stattdessen eine Entscheidung, die seinen weiteren Lebensweg prägen sollte: 1956 meldete er sich zur neu gegründeten Bundeswehr.

„Hier war ich im Luftwaffenversorgungsregiment. Wir waren unter anderem für die Fahrzeuge auf dem Flugplatz zuständig und sind viel herumgekommen – Hamburg, Erding, Büchel und und und“, erinnert sich Schwarz. Als Berufssoldat kam er weit herum, bis er 1959 schließlich nach Trier versetzt wurde – auf den damaligen Militärflugplatz in Euren. Dort blieb er bis zur Schließung des Flugplatzes und seiner Verlegung nach Föhren im Jahr 1977. „Ich war der letzte Offizier vom Regiment, der den Flughafen verlassen hat“, sagt er mit sichtlichem Stolz.

Rente? Ja – aber nicht untätig

Mit 53 Jahren ging Herbert Schwarz in Rente. Doch das ruhige Leben zu Hause war nichts für ihn. Kurzerhand krempelte er die Ärmel hoch und half seinen beiden Söhnen beim Bau und der Sanierung ihrer Häuser – einem in Ehrang, einem weiteren in Remscheid. Stillsitzen war für ihn schlicht keine Option.

Wer Herbert Schwarz nach dem Geheimnis seines langen und aktiven Lebens fragt, bekommt eine ehrliche Antwort: „Ich habe immer gerne mit jungen Leuten bei der Bundeswehr gearbeitet, das hat wohl dabei geholfen.“ Dazu kommt eine ausgeprägte Sportlichkeit: Er lief in der 4 x 100 Meter-Staffel und spielte lange Zeit Fußball. Fan von Eintracht Frankfurt – eine Leidenschaft, die noch aus seiner Zeit in der Mainmetropole nach dem Krieg stammt – ist er bis heute geblieben.

Zeitung lesen „von vorne bis hinten“ – täglich

Was Herbert Schwarz bis heute jung hält, ist auch sein Hunger nach Information. Er liest die Zeitung nach eigener Aussage „von vorne bis hinten“ – täglich, ohne Ausnahme. Diese geistige Regelmäßigkeit hat ihn durch ein Jahrhundert geführt und ihn mental auf einem Niveau gehalten, das weit jüngere Menschen beeindruckt.

Dass er sich dabei auch an Kleinigkeiten erinnert, die Jahrzehnte zurückliegen, zeigte sich beim Besuch seiner Gäste eindrücklich. So erzählte er etwa von einer Begebenheit aus den 1960er-Jahren: Damals fehlte vor seinem Haus in Olewig eine Straßenlaterne. Das notwendige Kabel war zwar schon verlegt, doch zwei Bauarbeiter erklärten ihm, die gelagerten Laternen seien gestohlen worden – weshalb keine vor seinem Haus aufgestellt werden könne. Eine scheinbar kleine Geschichte, die Herbert Schwarz jedoch über 60 Jahre später noch in allen Einzelheiten präsent ist.

Ein Leben voller Erinnerungen

2009 verlor Herbert Schwarz seine Frau. Bis zum vergangenen Jahr führte er seinen Haushalt vollständig alleine. Heute schaut einer seiner Söhne regelmäßig nach ihm und unterstützt ihn, wenn Hilfe gebraucht wird. Eine Selbstständigkeit, die er sich so lange wie möglich bewahrt hat – und die einmal mehr von seiner außergewöhnlichen Konstitution zeugt.

Auf der offiziellen Seite der Stadt Trier ist der Bericht über seinen bemerkenswerten Geburtstag nachzulesen – ein schönes Zeugnis dafür, wie lebendig und präsent ein Mensch mit 100 Jahren sein kann.

Herbert Schwarz ist ein lebendiges Beispiel dafür, was geistige Neugier, körperliche Aktivität und der Kontakt zu anderen Menschen bewirken können. Sein 100. Geburtstag ist nicht nur ein persönliches Jubiläum, sondern auch eine Inspiration – für alle, die sich fragen, wie ein langes, erfülltes Leben aussehen kann. Wir von Antenne Trier wünschen Herbert Schwarz alles Gute und noch viele weitere Jahre voller Geschichten, die es wert sind, erzählt zu werden.

Quellen


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