
Am 17. September liest Ulrike Michel in der Wissenschaftlichen Bibliothek Trier aus „Auf der Spur der Eugenie“ – ein Buch über das Schicksal einer jüdischen…
Trier erinnert sich. Am Donnerstag, dem 17. September, um 19 Uhr, findet in der Wissenschaftlichen Bibliothek in der Weberbach eine besondere Lesung statt. Autorin Ulrike Michel stellt ihr Buch „Auf der Spur der Eugenie“ vor – ein Werk, das die Geschichte einer jüdischen Frau aus Trier ins Licht rückt, deren Schicksal lange im Verborgenen lag. Der Abend verspricht nicht nur eine literarische Begegnung, sondern auch eine eindringliche Erinnerung an ein dunkles Kapitel der Geschichte.
Eugenie ist ein Pseudonym. Hinter dem Namen verbirgt sich eine reale jüdische Frau aus Trier, die in einem Romanmanuskript des Autors Felix Kaufmann auftaucht. Kaufmann beschreibt in seinem Werk ihr Leben mit allen Höhen und Tiefen – und mit den Schicksalsschlägen, die sie durch die Herrschaft der Nationalsozialisten erleiden musste. Sein Text ist eine literarische Aufarbeitung eines realen Lebens, das von Verfolgung und schließlich tragischem Ende geprägt war.
Doch wer genau hinter dem Pseudonym steckt, war zunächst ein Rätsel. Genau hier setzt die Arbeit von Ulrike Michel an: Sie hat akribisch recherchiert, wer Eugenie wirklich war. In ihrem Buch verarbeitet sie diese detektivische Suche, verbindet eigene Recherchearbeit mit Originalpassagen aus Kaufmanns Manuskript und löst am Ende das Rätsel um die Frau, deren Leben als Romanvorlage diente. Das Ergebnis ist ein vielschichtiges Werk, das Dokumentation und Literatur auf bemerkenswerte Weise miteinander verknüpft.
Das Ende von Eugenies Geschichte ist erschütternd: Die Frau, deren Leben Felix Kaufmann literarisch verewigt hat, wurde 1941 in Litauen ermordet. Ihr Schicksal steht stellvertretend für das Leid unzähliger jüdischer Menschen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt, vertrieben und getötet wurden. Ulrike Michels Buch leistet damit mehr als nur literarische Unterhaltung – es ist ein Akt des Erinnerns und ein Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte.
Gerade für Trier als Stadt mit einer langen jüdischen Geschichte hat eine solche Veranstaltung eine besondere Bedeutung. Die Lesung bietet die Gelegenheit, nicht nur einem Buch zu lauschen, sondern sich gemeinsam mit anderen Menschen mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen und dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus Raum zu geben.
Die Lesung findet am Donnerstag, 17. September, um 19 Uhr, in der Wissenschaftlichen Bibliothek, Weberbach, Trier, statt. Eine Anmeldung wird bis zum 15. September per E-Mail an veranstaltungenweba@trier.de erbeten.
Wer auf einen barrierefreien Zugang angewiesen ist, wird gebeten, dies bei der Anmeldung entsprechend anzugeben, damit die notwendigen Vorkehrungen getroffen werden können.
Veranstaltungen wie diese sind wichtig – für das kollektive Gedächtnis einer Stadt und für den respektvollen Umgang mit der Geschichte. Ulrike Michels „Auf der Spur der Eugenie“ zeigt, wie viel noch zu entdecken ist, wenn man bereit ist, genau hinzuschauen und zu recherchieren. Wer die Lesung in der Wissenschaftlichen Bibliothek in Trier besucht, erlebt nicht nur einen literarischen Abend, sondern auch ein Stück gelebter Erinnerungskultur. Die Anmeldung ist bis zum 15. September möglich – ein Termin, den man sich vormerken sollte.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden sich auf der offiziellen Seite der Stadt Trier.






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