
Die Handwerkskammer Trier hat 23 Jubilare in der Innungskirche St. Gangolf mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet.
Ein besonderer Festakt hat sich in der Trierer Innungskirche St. Gangolf abgespielt: Die Handwerkskammer Trier hat 23 Jubilare mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet. Genau 50 Jahre nach ihrer Meisterprüfung stand die Bühne noch einmal ihnen – gemeinsam mit ihren Familien und zahlreichen Vertretern des regionalen Handwerks feierten sie einen Meilenstein, der weit mehr als eine Auszeichnung bedeutet. Die Feier in der geschichtsträchtigen Patronatskirche der Innungen war ein eindrucksvolles Zeichen dafür, wie eng Handwerk, Tradition und gesellschaftliche Verantwortung bis heute miteinander verbunden sind.
Für die Verleihung der Goldenen Meisterbriefe hätte es kaum einen passenderen Ort geben können. Seit dem Mittelalter sind die Handwerker der Region eng mit St. Gangolf verbunden. Die mit historischen Innungsfahnen geschmückte Kirche bot den würdigen Rahmen für eine Feier, die Jahr für Jahr Tradition und Gegenwart zusammenführt. Bernhard Kaster, Vorsitzender des Kuratoriums der Markt- und Bürgerkirche St. Gangolf, erinnerte dabei an die besondere Verbundenheit des Gotteshauses mit den Handwerkern der Region.
Pastor Dr. Markus Nicolay begleitete die Feierstunde in der Innungskirche, die als Patronatskirche der Innungen bis heute eng mit dem Handwerk verbunden ist. HWK-Präsident Bernd Elsen stellte dabei klar, dass die alten Innungsfahnen, mit denen die Kirche geschmückt war, kein bloßes Folklore-Element seien, sondern „Ausdruck einer lebendigen Verbindung von Kirche und Handwerk, die bis heute von gemeinsamen Werten geprägt wird“.
Mit der Übergabe der Goldenen Meisterbriefe würdigten HWK-Präsident Bernd Elsen und Hauptgeschäftsführer Axel Bettendorf die Lebensleistung der Jubilare. Als die Geehrten im Jahr 1976 ihre Meisterprüfung ablegten, begann das Farbfernsehen seinen Siegeszug durch die Wohnzimmer, der VW Golf eroberte die Straßen und die Digitalisierung war noch Zukunftsmusik. Seither haben sie den Wandel ihrer Gewerke begleitet, Betriebe aufgebaut und weiterentwickelt, technische Umbrüche gemeistert und ihr Wissen an die nächste Generation weitergegeben.
„Sie haben besondere Werte geschaffen, die auch heute noch Bestand haben“, sagte Elsen. Gemeint sind damit nicht nur Gebäude, Straßen, Fenster oder Türen, die vielerorts bis heute ihren Dienst tun. Viele der Geehrten haben außerdem Betriebe aufgebaut, Arbeitsplätze geschaffen und sich über Jahre in Innungen, Vereinen oder der Kommunalpolitik engagiert. „Sie haben sich um das Handwerk, die Gesellschaft und die Menschen verdient gemacht“, fasste Elsen zusammen. „Dafür sprechen wir Ihnen unsere Anerkennung aus.“
Zahlreiche Repräsentanten des Handwerks aus der Region waren zu dem Festakt gekommen, darunter Vertreter der Kreishandwerkerschaft, der Innungen und der Handwerkskammer Trier. Die Goldenen Meisterbriefe waren an diesem Nachmittag weit mehr als eine Auszeichnung – sie standen für ein halbes Jahrhundert handwerklicher Leistung, Verantwortung und Engagement.
Ein Blick auf die Gewerke der Geehrten ist zugleich eine kleine Zeitreise in die Mitte der 1970er-Jahre. Mit sechs Vertretern stellte das Kraftfahrzeugmechaniker-Handwerk die größte Gruppe unter den Goldenen Meistern – passend zu einer Zeit, in der das Auto für immer mehr Menschen zum festen Bestandteil des Alltags wurde und Werkstätten Hochkonjunktur hatten.
Mit vier Jubilaren folgt das Radio- und Fernsehtechniker-Handwerk. Farbfernseher hielten damals Einzug in die Wohnzimmer, und Geräte wurden meist repariert statt ersetzt – ein Gewerk, das sich durch den technischen Wandel seither grundlegend verändert hat. Auch die weiteren Gewerke erzählen von ihrer Zeit: Buchdruckermeister stehen für eine Branche zwischen Bleisatz und modernen Druckverfahren, Elektroinstallateur-, Maurer-, Zimmerer- und Schornsteinfegermeister für die Bau- und Modernisierungswelle der 1970er-Jahre. Ein Bäckermeister repräsentiert eines der klassischen Versorgungshandwerke, die beiden Friseurmeister das Dienstleistungshandwerk. Maschinenbauer- sowie Rollladen- und Jalousiebauermeister komplettieren das Bild einer für ihre Zeit typischen Handwerkslandschaft.
Zu den ausgezeichneten Goldenen Meistern gehören unter anderem:
Insgesamt wurden 23 Jubilare geehrt, deren Gewerke die Vielfalt des Handwerks von damals widerspiegeln und zugleich von einer Arbeitswelt erzählen, die sich in den vergangenen 50 Jahren grundlegend verändert hat.
Die Feier in St. Gangolf war mehr als ein Rückblick auf vergangene Jahrzehnte. Sie war ein lebendiges Bekenntnis zur Bedeutung des Handwerks für die Region Trier – gestern wie heute. Die Goldenen Meister haben nicht nur ihre eigenen Betriebe geprägt, sondern auch das gesellschaftliche Leben in der Region mitgestaltet. Ihre Lebensleistung steht exemplarisch für Generationen von Handwerkerinnen und Handwerkern, die mit Können, Ausdauer und Verantwortungsbewusstsein die Grundlage für das legen, was das regionale Handwerk bis heute ausmacht.






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